Prognose des BFW-Neubau-Radars

Sechs Monate nach der Bundestagswahl hat die Große Koalition ihre Arbeit aufgenommen. Mit den Herausforderungen auf dem deutschen Immobilienmarkt befasst sich künftig das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Wie steht es um den deutschen Immobilienmarkt, welche Entwicklung ist absehbar und wie ist die Stimmung unter Investoren und Bauherren? Aktuelle Studien- und Umfrageergebnisse des BFW-Bundesverbands und der Bulwiengesa AG liefern Antworten.

Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten, ständig steigende Auflagen, energetische Vorgaben und Abgaben sowie politische Akteure, die in der Vergangenheit oft nur reagiert statt agiert haben: Die Herausforderungen, vor denen die mittelständische Immobilienbranche steht, sind erheblich. Auf der Basis einer Umfrage unter BFW-Mitgliedsunternehmen hat Verbandspräsident Andreas Ibel am 10. April in Berlin den Neubau-Radar 2018 des BFW präsentiert.

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Ebenfalls vorgestellt wurde die 12. bulwiengesa-Projektentwicklerstudie, die den Projektentwicklermarkt in den sieben großen A-Städten analysiert. Auf Basis von rund 3.200 detailgenau recherchierten Projekten gibt die Studie Auskunft über die wichtigsten Akteure, neue Trends, Entwicklungen in den Segmenten Wohnen, Büro, Einzelhandel und Hotel sowie die jeweilige Projektsituation in den Standorten. Die zentrale Erkenntnis: Insgesamt stagniert der Markt der Projektentwicklungen.

„Trotz der derzeit guten Geschäftslage erwartet die mittelständische Immobilienbranche langfristig sinkende Baufertigstellungszahlen“, betont BFW-Präsident Ibel. „Fast 60 Prozent unserer befragten Mitgliedsunternehmen geben in der BFW-Konjunkturumfrage an, dass sich die Rahmenbedingungen für den Neubau im vergangenen Jahr weiter verschlechtert haben. Gründe dafür sind vor allem der Mangel an Baugrundstücken und Fachkräften sowie die administrativen und bauordnungsrechtlichen Hindernisse.“ Wenn die Politik hier keine Gegenimpulse setze, so der BFW-Präsident weiter, werden die Baufertigstellungszahlen nach einem kurzen Anstieg auf 300.000 Wohneinheiten in den kommenden Jahren auf 250.000 oder noch darunter zurückgehen. Aufgrund der hohen Erstellungskosten betreffe dies vor allem den Neubau im bezahlbaren Segment.

Die BFW-Konjunkturumfrage hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Stimmungsbarometer für die Immobilienbranche entwickelt, da die mittelständischen BFW-Mitgliedsunternehmen für mehr als 50 Prozent des Wohnungs- und 30 Prozent des Gewerbeneubaus verantwortlich sind. Auf dieser Datengrundlage werden im BFW-Neubauradar die politischen Rahmenbedingungen mit dem von der Bundesregierung ausgegebenen Ziel, den jährlichen Neubaubedarf von 375.000 Wohneinheiten zu bauen, dargestellt.

Die größte Hürde für Investitionen in den notwendigen Neubau ist laut 97 Prozent der Befragten die fehlende Verfügbarkeit von Baugrundstücken. Auch die administrativen Hürden sind im vergangenen Jahr noch größer geworden. Als größten Kostentreiber nennt hier jeder Zweite die zeitaufwendige, bürokratische Kommunikation mit den Behörden in Verbindung mit sehr langen Planungs- und Genehmigungsverfahren. Deshalb sehen 67 Prozent die Kommunen als größte Bremse im geschäftlichen Umfeld, gefolgt von Bund und Ländern. Größter bauordnungsrechtlicher Kostentreiber sind laut 39 Prozent die energetischen Vorgaben.

Daneben wird der Mangel an Baukapazitäten zum immer größeren Hemmnis für den Wohnungsneubau. Rund 76 Prozent der Befragten finden es schwieriger, auf dem Markt freie Kapazitäten – etwa Fachplaner und Baufirmen – zu finden. „Hier zeigt sich: Die Immobilienwirtschaft benötigt dringend stabile und langfristige Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, damit sie die notwendigen Investitionen in die Ausbildung von Nachwuchs vornehmen kann. Das geht nur, wenn die Vorschriften von Bund, Ländern und Kommunen an die Immobilienbranche nicht permanent geändert und verschärft werden“, so Ibel.

Derzeit unterstützen lediglich die Finanzierungsbedingungen die Investitionen in den Wohnungsneubau, fasst Ibel die Ergebnisse des Neubauradars zusammen. Hier komme den Unternehmen derzeit noch das niedrige Zinsumfeld zugute. Dieses dürfe jedoch nicht der einzige Impuls für die Schaffung von Wohnraum bleiben, warnt der BFW-Präsident: „Bund, Länder und Kommunen müssen jetzt geeignete Rahmenbedingungen schaffen, die den Wohnungsbau-Motor auch bei steigenden Zinsen am Laufen halten.“

Bildnachweis: BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, iStock

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