Wohnungsbedarf im Rhein-Main-Gebiet steigt weiter

Zahlreiche Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Verbänden, Politik und Wirtschaft haben sich anlässlich des Neujahrsempfangs des BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland am 18. Januar in den Räumen der Taunus-Sparkasse in Bad Homburg getroffen, um gemeinsam die kommenden Herausforderungen für die Branche zu diskutieren. Als Gastrednerin gewährte Priska Hinz, Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Hessen, den Teilnehmern einen Einblick in die Wohnungspolitischen Ziele der schwarz-grünen Regierungskoalition.

Neben den Landtagsabgeordneten Elke Barth (SPD), Ulrich Caspar (CDU) und Hermann Schaus (Die Linke) waren mit Werner Merkel, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Immobilienverwalter Hessen, Rainer Marcus, Vorstandsmitglied des Verbands der Immobilienverwalter Hessen und Thorsten Stock, Vorstandsmitglied des IVD, auch hochrangige Verbandsvertreter unter den knapp 60 Gästen.

Nach der Begrüßung durch Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der gastgebenden Taunus Sparkasse, blickte die Sonja Steffen, Vorstandsvorsitzende des BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, auf ein bewegtes Jahr 2016 zurück. Vor allem der Mangel an Bauland stelle die Branche vor große Herausforderungen, was letztlich auch die BFW-Mitgliedsunternehmen zu spüren bekämen. „Dass Grundstücke obendrein oftmals im Höchtsbieterverfahren vergeben werden, erschwert das Vorhaben, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, zusätzlich“, so Steffen weiter. Bereits heute seien die immensen Grundstückspreise ein wichtiger Preistreiber am Wohnungsmarkt. „Gerade die langen Vorlaufphasen bis zu Entwicklung neuer Baugebiete macht es notwendig, bereits heute die Bedarfe der nächsten Jahrzehnte vorauszudenken“, machte die BFW-Vorstandsvorsitzende deutlich.

Landesgeschäftsführer Gerald Lipka richtete derweil einen deutlichen Appell an die Politik: „Das Engagement unserer Unternehmen nur als Beitrag zur Eigentumsbildung für selbstgenutztes Wohnungseigentum zu verstehen, ist falsch und zu kurz gegriffen“, so Lipka, der in diesem Zusammenhang an eine Empirica-Studie zur Wohnungsknappheit in Schwarmstädten erinnerte. Demnach führe der Bezug eines Eigenheims oder einer Wohnung mit zeitlicher Verzögerung über den sogenannten Sickerungseffekt über mehrere Stufen auch zu einem Freiwerden preiswerten Wohnraums, der dann anderen sozialen Schichten zur Verfügung steht. „In dem politischen Umfeld wird jedoch die Bedeutung des Baus von Eigentumswohnungen auch für den Mietwohnungsmarkt völlig unterschätzt“, betonte der Landesgeschäftsführer.

Größte Anbieter auf dem Mietwohnungsmarkt seien nicht die großen bestandshaltenden Wohnungsbaugesellschaften, sondern vielmehr die vielen kleinen Privatanbieter, die häufig nur über eine einzige Eigentumswohnung verfügen. „Auch die Baufertigstellungszahlen der vergangenen Jahre belegen, dass kontinuierlich mehr als 60 Prozent der fertiggestellten Mehrfamilienhäuser als Wohnungseigentümergemeinschaften organisiert sind. Selbstverständlich wird auch ein Großteil der neu errichteten Eigentumswohnungen wiederum vermietet.“ Anders als beispielsweise in Rheinland-Pfalz fehle in der hessischen Wohnraumförderung ein Angebot zur Förderung bezahlbaren Wohnraums im Bereich von Eigentumswohnungen, bemängelte Lipka.

„Vor dem Hintergrund des Brexit deuten alle Prognosen darauf hin, dass der Wohnungsbedarf im Rhein-Main-Gebiet dauerhaft hoch bleibt, ja sogar noch steigen wird“, ist Lipka überzeugt. Das Ministerium selbst sei noch vor der Brexit-Entscheidung in Großbritannien von einem jährlichen Bedarf im Rhein-Main-Gebiet von 30.000 neuen Wohnungen ausgegangen. „Wenn das so ist, benötigen wir neue Baugebiete gerade im Rhein-Main-Gebiet. Allein Innenentwicklung wird die Bedarfe der Zukunft nicht decken können.“

Fotonachweis: BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland

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