Anhörung zur Neufassung der Hessischen Bauordnung

Die hessische Landespolitik sucht nach Wegen, wie künftig schneller neue Wohnungen entstehen können. Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir soll die Neufassung der Landesbauordnung dazu beitragen. Im Rahmen einer öffentlichen mündlichen Anhörung zu dem Gesetzentwurf der Landesregierung hat BFW-Landesgeschäftsführer Gerald Lipka die Interessen der privaten Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertreten.

Viele zentrale Punkte des von Al-Wazir eingebrachten Gesetzes werden von Verbänden, Kommunen und Fachleuten gleichermaßen begrüßt. Dennoch stoßen zahlreiche Einzelheiten auch auf Kritik: Die Wohnungswirtschaft etwa hält es für entscheidend, das serielle und modulare Bauen zu erleichtern. Ihr Ziel ist es, dass für Standardhäuser nicht mehr in jeder Kommune eine eigene Genehmigung notwendig ist. „Nach professionellen Berechnungen können durch die Verfolgung dieser Bauweisen bis zu 25 Prozent der Baukosten eingespart werden“, schreibt die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungs- und Immobilienverbände Hessen (AWI Hessen) in ihrer Stellungnahme.

Ihre Sprecher Gerald Lipka und Axel Tausendpfund beklagen: „Dieses noch relativ junge Potenzial, bei dem zudem von einer rasanten Weiterentwicklung ausgegangen werden kann, hat in dem Regierungsentwurf nach unserer Bewertung praktisch keinen Einfluss gefunden.“ Andere Bundesländer seien wesentlich weiter. Dabei könnten „Baukosten eingespart und ein wichtiger Beitrag zu bezahlbaren Mieten geleistet werden“, so Lipka weiter.

Al-Wazir möchte mit dem Gesetz die Errichtung von Gebäuden in Holzbauweise erleichtern und die Möglichkeit verbessern, Büroraum in Wohnraum umzuwidmen. Außerdem ist vorgesehen, dass statt Auto-Parkplätzen Fahrrad-Abstellplätze geschaffen werden – für mindestens vier Fahrräder statt eines Autos. Ob von dieser Variante Gebrauch gemacht werden darf, sollen die Kommunen jedoch selbst festlegen können.

Fotohinweis: BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland

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