Eine gesunde Mischung aus Büros, Einzelhandel und Hotels

Zum ersten Mal haben der BFW Bundesverband gemeinsam mit dem BFW Landesverband Bayern einen Gewerbeimmobilientag angeboten. Im Fokus der Veranstaltung, die im Business Campus Garching stattfand, standen die Assetklassen Einzelhandel, Hotel- und Büroimmobilien. „Gewerbeimmobilien müssen sich schneller als Wohnimmobilien aktuellen Trends anpassen. Deshalb ist es wichtig, sich mit den Marktgegebenheiten und den Trends der Zukunft auseinanderzusetzen“, erklärte der Präsident des BFW Bayern Andreas Eisele das Ziel der Veranstaltung.

Mehr als 80 Personen folgten der Einladung in den Business Campus Garching, dessen Konzept bei der Veranstaltung vom Geschäftsführer der DV Immobilien Management GmbH und Vorstand im BFW Bayern Christian Bretthauer im Rahmen eines Vortrags vorgestellt wurde. Der Business Campus gilt als Vorzeigeobjekt für Branchenmix und erfüllt so den von Bretthauer geäußerten Gedanken: „Gemischte Gebiete sind im Kommen“. Die DV Immobilien Management startete das Projekt mit der Frage: „Was muss ein Nutzer oder Mieter vorfinden, damit er mehr daraus machen kann, als nur seine Arbeit?“. Somit war seit Beginn der Planungen und dem Baubeginn im Jahr 2005 klar, dass das Ziel die Schaffung möglichst vieler Synergien zwischen Mieter und Management sein wird. Innerhalb des Business Campus gibt es Forschungszentren, Labore, Hörsäle und Tagungsräume – somit konnte eine Vernetzung der verschiedenen Mieter gewährleistet werden – „das ist das Geheimnis des ganzen Erfolgs“, so Bretthauer.

Dr. Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Hausbau GmbH & Co. KG und ebenso Vorstand im BFW Bayern, stellte das Projekt Forum Schwanthalerhöhe vor. Das Areal stand schon oft im Fokus der Öffentlichkeit. Viele kennen das Areal vom Weg von der Hackerbrücke auf das Oktoberfest. „Die alte Architektur zu bewahren und die horizontale Verwendung wieder einzubringen aber trotzdem dem Anblick ein völlig neues Gesicht zu geben“, sei ein zentrales Ziel des Projekts, so Büllesbach. Auch unter Beteiligung der Be- und Anwohner konnte im Rahmen einer „Bürgerwerkstatt“, in der sich die Bürger über Wünsche und Anregungen mit den Bauherrn austauschen konnten, das Projekt „Forum Schwanthalerhöhe“ entstehen.

Wie Büros in der Zukunft aussehen werden, war Thema von Dr.-Ing. Markus Treiber, Geschäftsführer der Drees und Sommer GmbH. Unter dem Titel „Perspektiven Büro- und Gewerbliche Immobilien: Das Gebäude der Zukunft“ bot er die beispielhafte Darstellung, wie Gewerbeimmobilien mit Büroflächen erfolgreich umgesetzt werden können. Nach diesen Beispielen diskutierten Christian Bretthauer, Hans Hammer, Vorstand der Hammer AG und Gerhard Meitinger, Head of Real Estate Finance Germany bei der Deutschen Pfandbriefbank AG, ob mehr oder weniger Gewerbeflächen für eine erfolgreiche Quartiersentwicklung notwendig sind. Die Diskutanten brachten dabei Vor- und Nachteile von Gewerbeflächen in Wohngebieten vor und kamen zu dem Entschluss, dass eine gesunde Mischung aus Büro- und Gewerbeimmobilien nicht an jedem Standort erfolgversprechend ist.

Das zweite Panel stand ganz im Fokus der Einzelhandelsimmobilien – Markus Wotruba, Leiter der Standortforschung der BBE Handelsberatung GmbH führte die Zuhörer durch die Trends und Entwicklungen im Einzelhandel und auf seine Auswirkungen auf die Handelsimmobilie. Die darauffolgende Diskussionsrunde, die unter der leicht provokativen Frage „Braucht der stationäre Handel überhaupt noch Flächen?“ stand, wurde von Dr. Katrin Grumme, Geschäftsführende Gesellschafterin der DGC Dr. Grumme Consulting GmbH, geleitet. Die Diskussion fand vor allem unter Berücksichtigung der immer stärkeren Digitalisierung statt. So wurde unter anderem auch auf die Frage eingegangen, ob der Einzelhandel die Digitalisierung verschlafen hat.

Das dritte Panel behandelte die Entwicklung der Hotelimmobilien in München. Yvonne Brabant, Senior Consultant der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte und Touche GmbH, berichtete unter dem Thema „Hotelmarkt München: Nachfrage – Angebot – Kennzahlen. Wieviel Hotels braucht München noch?“ über den Strukturwandel auf dem Münchner Hotelmarkt und die steigende Anzahl von Betten in Hotels und Hotel garnis im Vergleich zu Gasthöfen und Pensionen. Der stärkste Zimmerzuwachs von 2010 bis 2015 verzeichneten die 2-Sterne Hotels mit einem Plus von 1.642 Zimmern. An der anschließenden Diskussionsrunde nahmen neben Yvonne Brabant, Christian Peter, Geschäftsführer des Hotelkompetenzzentrums GmbH, Reinold Weise, Chief Executive Officer der Arabella Hospitality SE sowie Ulrich N. Brandl, Präsident des Dehoga Bayern teil. Auch in dieser Diskussionsrunde speilte die Digitalisierung innerhalb der Hotelbranche eine entscheidende Rolle. So konnte anhand der Diskutanten schnell erkannt werden, dass gerade die bayerische Hotellerie zeigt, dass man in dieser Branche auch auf dem Land sehr erfolgreich sein kann. Gefahren für die Hotelbranche kommen insbesondere von Portalen wie airbnb.

Zur erfolgreichen Veranstaltung haben verschiedene Unternehmen beigetragen, die mittels eines Ausstellungsstands und Informationen zu Produkten und Projekten an der Veranstaltung präsent waren. Die Unternehmen Pluggit, Hansa sowie Drees und Sommer stellten ihre Dienstleistungen und Produkte vor. Des Weiteren präsentierte der Flughafen München sein neues Strategieprojekt. Weko und Roto waren ebenfalls anwesend.

Fotonachweis: BFW Bayern

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