Metropolen neu denken

Globale Megatrends, steigende Immobilieninvestments, Auswirkungen des Brexits und mangelndes Wohnungsangebot – all dies sind aktuelle Themen, die den bayerischen Immobilienmarkt beeinflusst haben. Das Motto des vom BFW Bayern in Kooperation mit Deloitte veranstalteten Bayerische Immobilienkongress lautete in diesem Zuge „Metropolen neu denken“.

Das politische Grußwort hielt Dr. Beate Merk, bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen. Insgesamt folgten der Einladung in die alte Kongresshalle 350 Entscheider der privaten Immobilienwirtschaft sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung.

Einhellige Meinung der Referenten und Teilnehmer war es, dass man über den eigenen Tellerrand hinausblicken muss. Metropolen können neu gedacht werden, indem man Beispiele anderer Großstädte in den Blick nimmt und erfolgreiche Strukturen übernimmt. Innenstädte und Quartierszentren sollen sich wieder zu lebendigen Plätzen entwickeln, die den Konflikt zwischen Digitalisierung und Entschleunigung umgehen können. Öffentliche Räume brauchen Sicherheit, Identität, Erschließung und Mobilität. Auch die Gewerbeentwicklung – hierzu zählen High-Tech Unternehmen, wissensintensive Dienstleister, Nahversorgung und lokales Handwerk – ist ein wesentlicher Motor der Stadtentwicklung. Die Politik antwortet seit langem auf die Herausforderungen in der Immobilienbranche mit Maßnahmen wie Mietpreisbremsen, Verschärfungen von Neubaustandards, steigenden Anforderungen im Brand-, Schall-, und Klimaschutz sowie vielen Verwaltungsvorschriften. Doch sind zu viele Regulierungen nicht kontraproduktiv und für die Frage nach der Steigerung der Qualität von Quartieren mehr als fraglich? „Heute wird gebaut, was gerichtsfest ist und nicht was nutzerfreundlich beziehungsweise schön ist“, stellte der Präsident des BFW Bayern, Andreas Eisele fest. Er empfahl daher, die Rahmenbedingungen an die jeweilige zeitliche und räumliche Umgebung anzupassen.

„Wo Menschen bauen, besteht Zukunft“, erklärte hierzu die Bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen Dr. Beate Merk in ihrem Grußwort. Die Ursache für den Erfolg der bayerischen Immobilienbranche liege im Vertrauen zwischen Unternehmen und ihren Beschäftigten sowie im Vertrauen zwischen Bürgern und der Politik. Ausgewählte Beispiele internationaler und europäischer Projekte dienten als Vorzeigebeispiel aber beeinflussten auch zukünftige Entwicklungen des deutschen und bayerischen Immobilienmarkts. Die steigende Digitalisierung sowie die zunehmende Vermischung von Raum und Zeit fordern ein Umdenken. Große Städte drohen an ihrer Anziehungskraft zu ersticken.

Auch die Mobilität ist Grundlage für eine funktionierende Metropole und befindet sich stark im Wandel: Die Gruppe der Auto- und Führerscheinbesitzer ist rückläufig, dafür steigt die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kontinuierlich an. Mobilität und Verdichtung muss – im Zusammenhang mit Wohnen und Gewerbe – in diesem Kontext neu gedacht werden. Prof. Dr. Alain Thierstein, Professor am Lehrstuhl für Raumentwicklung an der TU München, zeigte das Verhältnis zwischen Gewerbe und Stadt auf und betonte die Bedeutung der Gewerbeentwicklung für die Lebensqualität einer Stadt. Die ökonomische Sicherung und der Standort sowie die sichtbare und erlebbare Gestaltung von städtischen Arealen und Quartieren bilden hierbei den Mittelpunkt. In der anschließenden Diskussionsrunde wurden konkrete und erfolgreiche Beispiele, wie die Hafen City in Hamburg, aufgezeigt und diskutiert.

Bereits jetzt steht der Termin für den Bayerischen Immobilienkongress im nächsten Jahr fest. Dieser wird am 13. Juli 2017 stattfinden. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Referenten und Sponsoren, die zu dieser sehr gelungenen Veranstaltung beigetragen haben. Der BFW Bayern hofft, dass die hervorragende Zusammenarbeit mit den zahlreichen Kooperationspartnern des Verbands fortbesteht und ausgebaut wird.

Fotonachweis: BFW Bayern

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