Trends und Entwicklungen in Assetklassen, Einzelhandel und Büroimmobilien

Wie schafft man heute zukunftsfähige Stadtquartiere? Wie lassen sich in Zeiten von Nachverdichtung und Flächenknappheit moderne Office-Welten optimal einbinden? Diesen Fragen widmete sich der Gewerbeimmobilientag des BFW Bayern. Für knapp 80 Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Entscheider aus der Gewerbeimmobilienbranche veranstaltete der BFW Bayern bereits zum zweiten Mal einen Gewerbeimmobilientag in den Räumlichkeiten des komplett neu sanierten Münchner HVB-Towers. Im Fokus der Veranstaltung standen die Trends und Entwicklungen in den Assetklassen, Einzelhandel und Büroimmobilien.

Andreas Eisele, Präsident des BFW Bayern, fand bereits in seiner Eröffnungsrede eine passende Antwort: „Die Entwicklung von erfolgreichen Wohnprojekten ist mit der Entwicklung von Gewerbeimmobilien untrennbar miteinander verbunden. Denn eine lebenswerte Stadt ist vor allem durch das Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten geprägt. Die Menschen wollen kurze Wege bei den täglichen Verpflichtungen zurücklegen und damit Zeit sparen. Denn Zeit wird immer mehr zum kostbaren Gut.“

Peter Weidenhöfer, Vorstandsvorsitzender der HVB-Immobilien AG, stellte in seinem Vortrag das Sanierungskonzept des HVB-Towers vor. Im Zuge der energiegerechten und nachhaltigen Sanierung traute man sich ebenso einen neuen Entwicklungsschritt in die Zukunft. Die Office-Räumlichkeiten wurden gemäß modernsten und zukünftigen Standards umgestaltet. Weidenhöfer machte deutlich, dass auch eine eher konservativ geprägte Branche sich den neuen Entwicklungen in der Office-Welt anpassen kann und Smart Working-Konzepte, wie sie bereits seit langem bei Microsoft und Google gelebt werden, ebenfalls erfolgreich umgesetzt werden können. Smart Working bezeichnet eine Weise der Arbeit, die durch Nutzung moderner Technik die eigene Flexibilität und Unabhängigkeit stärkt. Ziel ist dabei, die eigene Arbeitsbelastung zu senken und die Freude an der eigenen Arbeit zu steigern. Mitarbeiter können kommen und gehen, wann sie wollen. Sie besitzen keinen eigenen Arbeitsplatz mehr, treffen sich in offenen Meeting Areas unter dem Motto „First Come, First Serve“ oder entspannen in den kreativ und bunt gestalteten Business Lounges.

Anschließend knüpften Frau Tacke und Herr Dr. Treiber aus technischer Sicht an das Sanierungskonzept des HVB-Towers an. Sie stellten die modernen Raumklimakonzepte mit besonderen Anforderungen und Herausforderungen an Hochhäuser vor und erklärten, wie damit auch ökonomischer Mehrwert geschaffen werden kann. Die Besonderheit der Sanierung des Towers lag in der schrittweisen Sanierung einzelner Stockwerke und als denkmalgeschütztes Gebäude auch in der Beibehaltung der Außenfassade.

Der bayerische Büromarkt nahm eine besondere Rolle beim Gewerbeimmobilientag ein: Wo und wie wird man arbeiten? Welche Faktoren nehmen Einfluss bei innovativen Standortkonzepten für eine flexiblere Arbeitswelt? Wie stellen moderne Office-Welten den Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtung? Wie kann die Assetklasse der Büroimmobilie als integrierter Quartiersbaustein neuausgerichtet werden? Darüber diskutierten Führungskräfte der Hammer AG, der KIB Gewerbe- und Wohnbau GmbH, Colliers International München GmbH, der DV Immobilien Management GmbH und der RBS Projekt Management GmbH.

Über das Segment der Büroimmobilien hinaus wurden auch die Entwicklungen und heutigen Herausforderungen in Hinblick auf den Online-Handel der Assetklassen Logistik und Einzelhandel diskutiert. Magdalena Simm der BBE Handelsberatung GmbH erläuterte, wie auch im Einzelhandel durch strategische Quartiersentwicklung die Flächenknappheit überwunden werden kann. Anschließend musste sich Henning Kirchenkamp, Senior Projektleiter der Kaufland Stiftung & Co. KG, behaupten und erklären, wie Kaufland trotz nicht Nachgehen des Online-Handels und einer noch sehr großen Verkaufsfläche des stationären Handels, die Flächenknappheit und die Konkurrenz zu beispielsweise Amazon Fresh, besiegen kann.

In abschließenden Vorträgen wurde die Schnittstelle zwischen Münchener Start Up-Szene und der Immobilienbranche skizziert und das Schwabinger Tor als zukunftsweisendes Stadtquartier porträtiert.

Dr. Katrin Grumme, Moderatorin der Veranstaltung und Vorsitzende des BFW Fachausschusses für Einzelhandelsimmobilien, resümierte: „Nicht nur auf dem Wohnungsmarkt bestehen Herausforderungen, sondern auch der Gewerbeimmobilienmarkt muss sich den politischen und technischen Veränderungen stellen. Der zunehmende Internethandel ist bereits der Vorläufer der gesellschaftlichen Veränderungen, der über die Zukunft von Hotel und Einzelhandelsimmobilien entscheidet. Die Flächenkonkurrenz an prosperierenden Standorten nimmt zu und führt zum Wettbewerb der Assetklassen untereinander. Im Rahmen der Gewerbeimmobilientage zeigt der BFW diese Veränderungen auf und formuliert aus den Ergebnissen seine Forderungen.“

Fotonachweis: BFW Bayern

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