Blick nach…Regensburg

Die „Immobilien Wirtschaft Bayern“ richtet in dieser Rubrik den Blick jeweils in eine der vielfältigen Städte und Gemeinden Bayerns. Dieses Mal wird Regensburg ins Auge gefasst: Einblicke in die am besten erhaltene mittelalterliche Großstadt und UNESCO-Welterbe gewährt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.

Frau Maltz-Schwarzfischer, von welchen Standortfaktoren profitieren Regensburger Unternehmen?

Herausragend für die Stadt sind neben der geographischen Nähe zum (ost-)europäischen Markt auch Unternehmensnetzwerke und Clusterstrukturen für Schlüsseltechnologien wie zum Beispiel Sensorik, zwischen Hochschule und Universität mit ansässigen Unternehmen. Regensburg ist jung, attraktiv und als Welterbestadt auch bei Touristen sehr beliebt.

Rund um das Thema Wohnraum gibt es in Bayern unterschiedliche Herausforderungen. Was beschäftigt Sie in Regensburg?

Momentan schaffen wir in Regensburg verstärkt Wohnraum. Dazu lokalisiert die Stadt Baulücken, entwickelt mögliche urbane Gebiete, erhöht den Anteil geförderten Wohnraums und schafft Baurecht für Wohnungen und Infrastruktureinrichtungen. Wir beschleunigen planerische und genehmigungsrechtliche Vorgänge und erwerben Grundstücke, die für den Wohnungsbau geeignet sind.

Die Stadt Regensburg hat 2016 die Wohnbauoffensive ins Leben gerufen. Welche Erfolge haben Sie bisher aus diesem Projekt erzielen können?

Mit der „Wohnbauoffensive“ konnten wir die Umsetzung von zwei urbanen Gebieten auf den Weg bringen. Außerdem erhöhte die Stadt die Wohneinheiten für den geförderten Wohnungsbau bei Bauvorhaben.

Welche besonderen städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen hat die Stadt Regensburg in den nächsten Jahren geplant?

Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen im Sinne der §§ 165 ff BauGB sind derzeit nicht geplant. Allerdings entwickelt die Stadt Regensburg nach einem einzigartigen Bürgerbeteiligungsprozess den Stadtraum zwischen Hauptbahnhof und den Einkaufsstraßen neu. Das Projekt ist in drei Bereiche aufgeteilt. Neben einem einladenden Grünflächenkonzept und neuer Verkehrsführung, werden ein neuer zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) und ein Kultur- und Kongresszentrum im Entrée der Innenstadt entstehen. Die Neugestaltung des Stadtraums ist jedoch nicht das einzige Großprojekt, das unsere Stadt- und Verkehrsplaner in den nächsten Jahren herausfordert. In Regensburg wird außerdem ein höherwertiges ÖPNV-System eingeführt. In einer Nord-Süd-Achse soll dieses System mit den Bahnlinien und dem Busverkehr verbunden sein. Langfristig soll so der Individualverkehr aus dem Stadtzentrum weitestgehend herausgehalten werden. 

Regensburg auf einen Blick
Regierungsbezirk:      Oberpfalz
Fläche:                               80,7 km²
Einwohner:                 164.896 (Stand Mai 2017)
Stadtgliederung:         18 Stadtbezirke
Wohngebäude:           22.084 (Stand Dezember 2016)
Wohnungen:               88.486 (Stand Dezember 2016)

Die Universität Regensburg immatrikulierte zum Wintersemester 2017/2018 insgesamt 21.416 Studierende. Wie geht die Stadt mit dem hohen Studentenanteil und deren Bedarf an Wohnungen um?

Die Zahl der Immatrikulationen liegt im Rahmen der vergangenen Jahre und stellt keine zusätzliche Belastung des Wohnungsmarkts für Studentenwohnungen dar. Auf diesem Sektor wurde nach Ansicht unterschiedlicher Beratungsunternehmen der Bedarf zumindest quantitativ weitgehend gedeckt, trotzdem werden in den nächsten Jahren zusätzlich einige hundert Appartements und Kleinwohnungen, zum Teil auch öffentlich gefördert, gebaut.

Der Freistaat Bayern feiert im Jahr 2018 sein 100-jähriges-Bestehen. Wie feiert das Regensburg?

Die Stadt Regensburg lädt am 10. Juni 2018 zum diesjährigen Welterbetag ein. Zu den Höhepunkten zählt, neben der Kulturmeile an der Thundorferstraße, das Orgelkonzert in der Stadtamhofer Kirche, die offenen Ateliers im Andreasstadel und das Jugend- und Kulturfest für Toleranz und Demokratie auf dem Grieser Spitz. Darüber hinaus wird das Wahrzeichen Regensburgs, die Steinerne Brücke, pünktlich zum Welterbetag wieder eröffnet.

Was macht Ihre Stadt zu etwas ganz Besonderem?

Wir sind eine junge, lebenslustige und zukunftsorientierte Welterbestadt. Sie erleben es in Regensburg jeden Tag, wie gelebte Tradition, Neugier und Innovationswille Hand in Hand gehen. Ich bin selbst immer wieder begeistert von dieser Stadt, von ihrer Atmosphäre und auch von den tollen Menschen, die hier leben. Die Stadtgesellschaft erlebe ich als sehr sozial und optimistisch. Gepaart mit unseren 1000 Denkmälern allein im Welterbebereich ist das das Rezept für eine echte Traumstadt.

In welchen Projekten ist Ihre Stadt Pionier?

Einzigartig für Regensburg ist das Projekt ReNeNa – Regensburgs Nette Nachbarn. Es richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die Hilfe im Alltag benötigen und Menschen, die bei Fragen und Problemen den persönlichen Kontakt einer Behörde vorziehen. Das DEGGINGER ist Ort des lebendigen Austauschs der kreativen Szene. Es verbindet Know-How mit Kunst und Feiern. Die TechBase dient zudem als Innovations- und Gründerzentrum für Startups und technologieorientierte Unternehmen.

Welches ist in Ihren Augen das schönste Gebäude von Regensburg?

Das ist eine sehr schwierige Frage für mich. Mir fallen im Zusammenhang mit Regensburg einfach viele schöne Bauwerke ein, die ich immer wieder gerne sehe. Die Steinerne Brücke, das Alte Rathaus, der Dom, aber auch der Salzstadel sind natürlich die Gebäude, die mir zuerst einfallen. Aber es gibt auch viele kleine, eher unbekannte Häuser in Regensburg, die die Stadt so besonders machen. Ich glaube, ich mag einfach Regensburg als Stadt. So wie sie ist und so wie sie sich entwickelt.

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Zur Person

Geboren:
1960 in Münchberg/Oberfranken

Ausbildung:
Universität Regensburg, Vor- und Frühgeschichte und Klassische Archäologie (M.A.)

Bisherige Tätigkeiten (u.a.):
Mitarbeit bei Museums- und Denkmalpflegeprojekten, langjährige Arbeit bei Firmen für archäologische Ausgrabungen und Computerdokumentationen, freiberufliche Archäologin

Seit 1995 Mitglied der SPD mit zahlreichen Parteiämtern.

Seit Mai 2014 zweite Bürgermeisterin gewählt der Stadt Regensburg. Neben der allgemeinen Vertretung des Oberbürgermeisters obliegt ihr das Amt für Jugend und Familie, das Sozialamt und das Seniorenamt sowie die fachliche Zuständigkeit für das Job-Center und die Regensburg SeniorenStift gemeinnützige GmbH.

Bildnachweis: BFW Bayern

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