Gewerbekäufer setzen auf Mietsteigerung

Das international tätige Immobiliendienstleistungs-Unternehmen Savills hat den deutschlandweiten Gewerbe- und Wohnimmobilienmarkt im Juni 2018 untersucht und im aktuellen Investment Market Monthly die Zahlen detailliert zusammengestellt. Während ein Großteil der Transaktionen im Gewerbeimmobiliensegment in den A-Städten der Bundesrepublik stattfand, stiegen in den vergangenen zwölf Monaten im Wohnsegment vor allem in den B- und C-Städten die Volumina an.

Gewerbeinvestmentmarkt

Im Juni 2018 wurde auf dem Gewerbeinvestmentmarkt mit 4,642 Mrd. Euro ein Transaktionsvolumen erzielt, das mehr als 33 % über dem Wert des Vormonats lag. Auch in der Spätphase des laufenden Zyklus sind die meisten Investoren auf die A-Städte fokussiert. Gegenüber dem Vorjahr entwickelte sich das Transaktionsvolumen aller Top-7-Städte positiver als der Gesamtmarkt. Möglicherweise hat diese Präferenz für die liquidesten Märkte damit zu tun, dass ein großer Teil des Geldes am Immobilienmarkt vom Anleihemarkt umgeschichtet wurde.

Die Renditen dürften in den kommenden Monaten nur noch leicht zurückgehen. Viele Investoren setzen daher auf mietgetriebene Wertsteigerungen. Wohl auch deshalb fließt mit Abstand am meisten Geld in Büros, denn hier sind die Chancen auf Mietsteigerungen gut. Dass auch Objekte abseits der etablierten Nutzungsarten von Interesse sind, äußert sich im überdurchschnittlichen Volumen von Mischobjekten und Sozialimmobilien. So fiel auch der größte Deal des Monats in diese Assetklasse: Ein Klinikportfolio wurde für rund 815 Mio. Euro von Medical Properties Trust an Primonial verkauft.

 Wohninvestmentmarkt

Am Wohninvestmentmarkt wurden im Juni 711 Mio. Euro umgesetzt – rund 44 % weniger als noch im Mai. Bezogen auf die gesamte erste Jahreshälfte wurde jedoch ein Volumen von etwa 8,8 Mrd. Euro erreicht – 19 % mehr als im Vorjahreszeitraum. In den letzten zwölf Monaten waren 120 Käufer am Markt aktiv. Das waren fast 17 % mehr als im Rekordjahr 2015. Die Investorenbasis hat sich demnach weiter vergrößert. Da viele dieser Investoren ihre Portfolios ausbauen wollen bzw. ihre Zielvolumina noch nicht erreicht haben, ist auch im weiteren Jahresverlauf von einem hohen Transaktionsvolumen auszugehen. Dominierende Akteure werden auch weiterhin die Immobilien-AGs und Spezialfonds bleiben.

Vor allem in B- und C-Städten stiegen in den letzten zwölf Monaten die Volumina an. Umsatzstärkste Städte waren hier Leipzig und Dresden. Diese Städte weisen nicht nur eine hohe Liquidität auf, ihre Haushaltsprognosen sind zudem ähnlich günstig wie die der A-Städte (Ø + 6,4 % bis 2030).

Bildnachweis: iStock

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