Interview mit Bayerns Bauministerin Ilse Aigner

Im Interview mit der „Immobilien Wirtschaft Bayern“ äußert sich Ilse Aigner, stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin und seit März 2018 auch Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, zu ihrer neuen Aufgabe und den damit verbundenen Zukunftsaussichten für die bayerische Wohnungswirtschaft.

Sehr geehrte Frau Staatsministerin, Ihr bisheriger Aufgabenbereich als Staatsministerin widmete sich Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie. Welchen Herausforderungen standen Sie zu Beginn Ihres neuen Amtes entgegen?

Unser neues Ministerium kümmert sich um die wegweisenden Aufgaben unserer Zeit: Wohnen, Bau und Verkehr. Insofern spielen mein bisheriges Tätigkeitsfeld und mein neues Amt direkt ineinander: Bayern ist attraktiv, die Wirtschaft brummt. In den vergangenen 30 Jahren ist die Einwohnerzahl Bayerns um zwei Millionen Menschen gestiegen. Zudem leben wir länger und im Durchschnitt auch in größeren Wohnungen. Hat eine Person rechnerisch in den 50er Jahren noch auf 14 Quadratmetern gelebt, so bewohnt sie heute im Schnitt 48 Quadratmeter Fläche. Damit ist die Nachfrage nach Wohnraum gestiegen. Eng verknüpft damit ist die Infrastruktur. Natürlich sind das Herausforderungen, aber es sind die Herausforderungen unserer Zeit – und wir sind gut gerüstet und packen sie an.

Die Schnittstelle von Wohnen, Bau und Verkehr ist von großer Bedeutung für die Immobilienwirtschaft, denn ein Quartier kann nicht ohne Infrastruktur gedacht werden. Wie kann man den Ausbau der Infrastruktur beschleunigen?

Eine leistungsfähige Infrastruktur hat grundlegende Bedeutung für Wirtschaft und Bevölkerung. Deshalb investieren wir kräftig in den Ausbau der Straßen und den ÖPNV. Um unsere Vorhaben rasch umzusetzen, will ich gemeinsam mit dem Bund ein Gesetz zur Planungsbeschleunigung auf den Weg bringen. Auch das digitale Planen und Bauen bietet hier ein enormes Potenzial für Großprojekte. Erste Projekte hierzu laufen bereits.

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Welche großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen sehen Sie in Bayern im Bereich Bauen und Wohnen? Welche Herausforderungen möchten Sie schnellstmöglich angehen?

Das Gebot der Stunde heißt Bauen, Bauen, Bauen. Um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, haben wir ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt. Fast 900 Millionen Euro stehen uns zur Verfügung – ein Rekordbetrag. Wir gründen damit zum Beispiel eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft, die „BayernHeim“. Denn auch Menschen mit niedrigem Einkommen sollen sich ein Dach über dem Kopf leisten können. Um unser Ziel zu erreichen und bis 2025 rund 500.000 Wohnungen zu bauen, setzen wir aber auch auf die Unterstützung privater Investoren. Deshalb muss der Bund die geplante Sonderabschreibung für freifinanzierten Wohnungsneubau schnellstens auf den Weg bringen.

Wie können die Regionen und Kommunen außerhalb der Ballungszentren mithelfen, dem Wohnungsdruck in den bayerischen Ballungszentren gerecht zu werden und wie kann die Politik in Bayern unterstützend mitwirken?

Das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Die Kommunen müssen vor Ort anpacken, indem sie Bauland ausweisen und Wohnungen  auch selbst bauen. Dabei lassen wir sie natürlich nicht im Stich: Neben der Wohnraumförderung leistet auch unsere Städtebauförderung einen starken Beitrag, um leerstehende Gebäude zu nutzen und Ortskerne zu stärken. Denn um den Druck von den Ballungszentren zu nehmen, müssen wir versuchen, alle Regionen Bayerns gleich attraktiv zu machen.

Welche Themen sind für Sie im Hinblick auf die Landtagswahl am 14. Oktober in Bayern besonders wichtig?

Bauen in Bayern soll insgesamt leichter und schneller werden. Dabei geht es mir nicht nur um finanzielle Anreize, sondern auch ganz praktisch um die Vereinfachung von Gesetzen und Verfahren. Beispielsweise mache ich mich stark für die Digitalisierung von Baugenehmigungsverfahren. Denn ich will Fortschritte sehen. Und eines ist ganz klar: Bayern braucht noch mehr Fortschritte bei Wohnen, Bau und Verkehr!

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