Neujahrsempfang des BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland

Zahlreiche Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Verbänden, Politik und Wirtschaft haben sich anlässlich des Neujahrsempfangs des BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland am 28. Februar 2018 im Kulturbahnhof Bad Homburg getroffen, um gemeinsam die kommenden Herausforderungen für die Branche zu diskutieren. Als Gastredner gewährte Dr. Thomas Schäfer, Finanzminister des Landes Hessen, den Gästen Einblicke in die aktuellen Themen der Landes- und Bundespolitik.

 Darüber hinaus bereicherte Rechtsanwalt Dr. Maximilian R. Jahn von der Fachkanzlei Graf von Westphalen den Abend mit einem Vortrag über das Bauvertragsrecht. In seiner Begrüßungsrede blickte Gerald Lipka, Landesgeschäftsführer des BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, auf ein bewegtes Jahr 2017 zurück. Von der künftigen Bundesregierung erwarte der Verband die Schaffung von stabilen Rahmenbedingungen, die es den Mitgliedsunternehmen ermöglichen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die dem Bürger nicht ständig höhere Kosten für den Erwerb oder die Anmietung einer Wohnung zumuten.

„Unsere Unternehmen bekennen sich klar zu einer verantwortlichen Klimapolitik. Aber seit dem Jahr 2000 wurde die Energieeinsparverordnung bereits sechsmal verschärft. Vom Jahr 2000 bis heute sind die Kosten für den technischen Ausbau, der zum großen Teil der Umsetzung der Energieeinsparverordnung (EnEV) geschuldet ist, um 132 Prozent gestiegen. Hier sind Grenzen der wirtschaftlichen Belastbarkeit bei der Vermarktung an Käufer oder Mieter erreicht“, so Lipka weiter. Weitere Verschärfungen der EnEV lehne der BFW strikt ab. „Umgekehrt suchen die im BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland organisierten Unternehmen auf freiwilliger Basis, ohne weitere gesetzliche Restriktionen, nach wirtschaftlichen Lösungen, die gleichzeitig den Klimaschutz ihrer Gebäude verbessern.“

Was die Mitgliedsunternehmen des BFW jedoch bräuchten, sind Grundstücke. Lipka: „Unser Verbandsmitglieder bekennen sich zu der Verantwortung, unsere Bürger mit Wohnraum zu versorgen. Die Möglichkeiten der Innenentwicklung zu nutzen, sind für uns dabei selbstverständlich. Allein mit Innenentwicklung werden wir jedoch gerade in den besonders nachgefragten Ballungsgebieten aber nicht auskommen.“ Bereits heute müssten die Bauflächen für den Wohnungsbau in fünf oder zehn Jahren entwickelt werden. Die vorhergesagte Nachfrage nach Wohnraum in diesen Regionen und der zeitliche Vorlauf für die Entwicklung von Baugebieten machten es notwendig, bereits heute zu handeln, mahnte Lipka an. „Wer weniger Fläche verbrauchen will, muss eine dichtere Bebauung zulassen.“ Nur wenn mehr Wohnraum neu geschaffen wird, könne die Preisentwicklung gedämpft werden. „Restriktionen wie die Mietpreisbremse schaffen aber keinen neuen Wohnraum. Sie schützen nur diejenigen, die bereits Wohnungen haben, aber sie helfen denen nicht, die Wohnungen suchen.“

Auch Kommunen tragen Verantwortung für die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt

Auch die Kommunen tragen aus Sicht des BFW-Landesgeschäftsführers ihre Verantwortung für die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt. „Da baureife Grundstücke knapp sind, schießen die Preise in die Höhe. Und manche Kommune verdient an der Preisentwicklung mit. Aber auch der Wettbewerb um Grundstücke wird immer rauer. Schon manches unserer Unternehmen hat sich mit großem Engagement und Kosten an Konzeptvergaben beteiligt, vielleicht sogar gewonnen, bei der Grundstücksvergabe aber doch das Nachsehen gehabt. Es bleibt häufig der Eindruck, dass kommunale Grundstücke auch aus wirtschaftlichen Gründen am Ende lieber an die eigene kommunale Wohnungsbaugesellschaft veräußert werden. Wir als BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland wollen nichts mehr als einen fairen Wettbewerb“, machte Lipka deutlich. „Erhalten wir die gleichen Rahmenbedingungen beim Grundstückserwerb, sind wir in der Lage, auch bezahlbaren Wohnraum im preisgedämpften Segment zu wirtschaftlichen Bedingungen zu schaffen. Ohne die Kapazitäten unserer BFW-Unternehmen können die nach der Wohnungsbedarfsprognose notwendigen Wohnungen gar nicht geschaffen werden.“

Fotohinweis: BFW Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland

 

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