Stuttgart: Immobilienmarktbericht und Standortzufriedenheit

Der Immobilienmarktbericht 2018/19 der E&G Private Immobilien GmbH zeigt, dass die Wohnimmobilienpreise in Stuttgart und Umgebung gestiegen sind und weiter steigen werden. Diese Tatsache wird durch die fortlaufende Nachfrage nach attraktivem und bezahlbarem Wohnraum verstärkt, der ein rares Angebot gegenüber steht. Hohe Kauf- und Mietpreise, knapper Wohnraum: Laut der IHK Region Stuttgart Umfrage zum Thema „Wie attraktiv sind Standorte in der Region Stuttgart?“ die Ursachen, warum die Wettbewerbsfähigkeit der Region nachgelassen hat.

Die Suche nach einem erschwinglichem Eigenheim oder einer bezahlbaren Mietwohnung wird in Stuttgart und Umgebung immer mehr zur Herausforderung. Der Kaufpreis für Einfamilienhäuser in den Höhen- und Aussichtslagen Stuttgarts liegt derzeit zwischen 900.000 Euro und 3,8 Millionen Euro – Tendenz steigend. Auch Degerloch und Frauenkopf spielen in der oberen Preisliga mit. Die Quadratmeterpreise von Eigentumswohnungen im Neubau in Stuttgarts Top-Tagen liegen zwischen 7.200 Euro und 15.600 Euro. Im Bestand zahlt man zwischen 4.000 Euro und 8.500 Euro. Obwohl kaum Objekte am Markt sind, stieg auch der Preis für Mehrfamilienhäuser: Im Bestand der Top-Lagen liegt dieser zwischen 2.800 Euro und 5.000 Euro pro Quadratmeter und im Neubau bis zu 7.000 Euro. Die Beliebtheit der urbanen Viertel wie Stuttgart-Süd und -Ost hat ebenfalls zur Folge, dass die Preise an den genannten Orten steigen: Im Neubau werden dort zwischen 15 Euro und 19 Euro Miete pro Quadratmeter erzielt. Diese Preise machen es selbst für Familien mit einem Budget von 500.000 Euro schwer, ein eigenes Heim zu finden und „wir gehen davon aus, dass diese langsam weiter steigen“, so Björn Holzwarth, geschäftsführender Gesellschafter der E&G Private Immobilien.

Doch auch im Umland sind Immobilien weiterhin sehr gefragt. Dabei zeichnen sich laut Holzwarth vor allem entlang der S-Bahn-Strecken steigende Preise ab. In guten Wohnlagen bewegen sich die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen zwischen 5.000 Euro und 6.000 Euro. Hier sind vor allem Städte wie Esslingen, Ludwigsburg, Waiblingen oder Korb im Rems-Murr-Kreis bei jungen Familien sehr gefragt, noch attraktiver sind Immobilien in Sindelfingen/Böblingen und Leinfelden-Echterdingen. In Ludwigsburg und Esslingen muss bei Einfamilienhäusern in Top-Lagen mit einem Kaufpreis von bis zu 2 Millionen Euro gerechnet werden. Für Eigentumswohnungen zahlt man in Ludwigsburg pro Quadratmeter bis zu 6.800 Euro.

Die hohen Miet- und Kaufpreise und auch der fehlende attraktive Wohnraum haben zur Folge, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Region aus Sicht der ansässigen Unternehmen nachgelassen hat. Bewerber fragen nach bezahlbaren Wohnungen, weshalb die Verfügbarkeit von attraktivem Wohnraum mit 1,58 und die Miet-/Kaufpreise von Wohnungen/Häusern mit 1,69 zu den wichtigsten Standortfaktoren der regionalen Betriebe zählen – beide erhielten jedoch die schlechteste Note bei der Zufriedenheit aller Standortfaktoren (3,12 bzw. 3,32). Fast ein Drittel ist mit der Verfügbarkeit von attraktivem Wohnraum nicht zufrieden und 47 Prozent eher unzufrieden. Über 46 Prozent der Betriebe sind mit den Miet- bzw. Kaufpreisen unzufrieden und 41 Prozent eher unzufrieden. Damit gehören die beiden Standortfaktoren zu den Schwächen der Region und liegen sogar unter der Durchschnittsnote von 2,66. Doch auch die Preise für Gewerbe- und Büroflächen werden beklagt: Die Zufriedenheit liegt bei lediglich 2,91, die Wichtigkeit hingegen bei 1,76. Allgemein bewerten 40 Prozent der Befragten die Wettbewerbsfähigkeit ihres Standortes als befriedigend bis ausreichend. Acht Prozent sind unzufrieden und vergaben die Schulnote 4 oder 5.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass klar an den Rahmenbedingungen für Wohnraum und Immobilienpreise gearbeitet werden muss“, so Gerald Lipka, Geschäftsführer des BFW Baden-Württemberg. Die Geschäftsführerin der E&G Private Immobilien, Kerstin Schmid, rät den Bauträgern dazu, eher kleinere Wohnungen zu bauen. Aufgrund der hohen Preise würden Käufer auf Wohnfläche verzichten und mehr Wert auf eine hochwertige Ausstattung setzen. Dass sehe man an der Vermarktungszeit von Wohnungen ab circa 140 Quadratmetern, die zugenommen habe. Daher ist es empfehlenswert, Wohnungen in der Größe von 70 Quadratmeter bis 80 Quadratmeter zu bauen. Bei der Konzipierung solle die Möglichkeit offen gehalten werden, diese mit kleineren Einheiten zusammenlegen zu können. Eine weitere Option zur Verbesserung der Situation ist die Nahverdichtung. Auf den Dächern von Discountern und Supermärkten und nicht am Rande der Stadt findet die Zukunft des Wohnens statt. Aufstockungen haben großes Potenzial, da bereits eine Infrastruktur an den Standorten vorhanden ist und nicht erst geschaffen werden muss.  

Bildnachweis: BFW Baden-Württemberg

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