Die Digitalisierung in München voranbringen

Rund 90 Entscheider aus der Immobilienbranche haben sich Mitte Oktober auf Einladung des BFW Bayern und M-net in München eingefunden. Andreas Eisele, Präsident des BFW Bayern, ließ es sich nicht nehmen in der Begrüßung auf die Bedeutung des Glasfaserausbaus und der Digitalisierung für die Baubranche einzugehen. Denn mittlerweile sind Breitbandnetze ebenso wichtig wie Straße und Schiene. „Sie sind mitentscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg und die Attraktivität einer Region“, sagte Eisele bei der Veranstaltung Immobilientrends: Digitalisierung im Alten Rathaus, München.

Helmut Schadow, Referatsleiter Rechtsfragen der Regulierung Telekommunikation bei der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, gab in seinem Vortrag „Die Umsetzung der EU-Kostensenkungsrichtlinie im Telekommunikationsgesetz“ Einblicke, welche Gesetzesvorhaben zur Umsetzung und Unterstützung des Breitbandausbaus bereits auf den Weg gebracht sind. Ein fester Bestandteil der Ziele der Bundesregierung sei die Digital Agenda für Europa, die bis 2020 eine Versorgung alle Europäer mit 30 Mbit/s und 50 Prozent der Bevölkerung mit 100 Mbit/s vorsieht. Der Breitbandausbau stellt hierbei die kostenintensivste Herausforderung des EU-Binnenmarkts dar. Daher werden laut dem BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) die Kosten um 20 Milliarden Euro gesenkt. Durch die Inanspruchnahme von bestehender Infrastruktur können die Kosten für den Breitbandausbau reduziert werden. Die Bundesnetzagentur bietet diesbezüglich als zentrale Informationsstelle des Bundes einen Infrastrukturatlas, der sämtliche geeignete Infrastrukturen ausweist.

Ebenfalls setzte sich Wolfgang Heer, Geschäftsführer von BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e.V., mit dem Bedarf und aktuellen Stand des Breitbandausbaus in Deutschland auseinander. Er hält den Glasfaserausbau für zukunftsentscheidend für die Attraktivität des ländlichen Raumes, damit der Wohnungsbestand und -neubau in den ländlichen Regionen gegenüber dem urbanen Raum konkurrenzfähig bleibt. Daher erkenne man auch eine Wertsteigerung für die einzelne Immobilie, wenn ein Glasfaseranschluss an die Immobilie vorhanden ist.

Einen wichtigen Beitrag zum Glasfaserausbau für die Stadt München leisten hierbei die Stadwerke München und M-net. Das Vorreiterprojekt dieser Kooperation „Glasfaserstadt München“ stellte Nicole Gargitter von der Stadtwerke München GmbH vor. In einem ersten Schritt wurde bis 2014 innerhalb des Mittleren Rings der Breitband-Internetanschluss ermöglicht. Im zweiten Ausbauschritt würden weitere 35.000 Gebäude mit über 230.000 Wohneinheiten außerhalb des Rings erschlossen. Dies ermögliche einen direkten Zugang zur hochleistungsfähigen Glasfaser für knapp 70 Prozent aller Münchener Haushalte bis zum voraussichtlichen Ende des Ausbaus im Jahr 2019.

Zur Überraschung aller Gäste entpuppte sich Thomas Fraps, der sich als Trendforscher Dr. Peter Langmüller ausgab, als Zauberer. Als plötzlich Funken aus seinem Mikrophon feuerten, wurden sogar die Gäste in den letzten Reihen aufgeschreckt. So schaffte es Fraps in seiner Paraderolle als falscher Experte durch höchst unterhaltsame Momente, die Veranstaltung aufzulockern.

Kurt Kapp, Stellvertretender Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft, stellte in seinem Schlusswort die Herausforderungen der Zukunft für die Ballungsgebiete vor. Die Städte sind mehr denn je durch zunehmendes Bevölkerungswachstum gefordert, für die Infrastruktur intelligente und digitale Lösungen zu finden: „Hierbei kann der Austausch zwischen Start-ups, etablierten Unternehmen, Kreative und Wissenschaftler und Stadtplanern, Architekten und der Öffentlichkeit neue und innovative Konzepte schaffen“, so Kapp.

Fotonachweis: BFW Bayern

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